Der Esel von London, eine üble Schuldenkrise in dem Dörfchen Pioz und ein Cleverle aus Russland - dies und mehr in der heutigen Ausgabe unseres Wochenrückblicks Tut nichts zur Sache.
18.05.2012 - Tut nichts zur Sache:…
16.05.2012 - Tom-Tailor-CFO Axel…
Tom Tailor will wachsen – in den Kernmärkten und in China
In ihren Kernmärkten Deutschland, Österreich und der Schweiz will die Modekette Tom Tailor allein in diesem Jahr 60 bis 70 neue Stores eröffnen. In Deutschland nennt das Unternehmen 150 Monolabel-Stores sein Eigen und sieht noch viel Raum für weitere Neueröffnungen: „Wir sehen Potential für 600 Stores“, sagt Finanzvorstand Dr. Axel Rebien.
Neben dem Wachstum im Heimatmarkt steht in diesem Jahr der Markteintritt in China an – allerdings nicht im Alleingang. „Wir haben das Land in Regionen unterteilt und arbeiten jeweils mit einem Partner zusammen“, sagt Rebien. So soll das Risiko des Markteintritts reduziert werden.
Trotz des raschen Wachstums will der Finanzchef in den kommenden Jahren aber auch Reserven aufbauen. In diesem Jahr liegt der Investitionsbedarf bei etwa 23 bis 25 Millionen Euro, der Cashflow soll dies übertreffen. Im ersten Quartal verbuchte das Unternehmen trotz Umsatzzuwächsen von 20 Prozent aber noch ein Periodenergebnis von minus 5,2 Millionen Euro. Allein 3 Millionen an außerordentlichen Kosten wurden für die Refinanzierung des Unternehmens fällig. Die Ende 2013 auslaufende alte Finanzierung wurde vorzeitig abgelöst, durch günstigere Zinsen spart Tom Tailor etwa 1 Million Euro Zinskosten pro Jahr. Auch eine Finanzierung über Anleihen hat das Unternehmen geprüft, wie der CFO verrät. Doch letztlich sei die Kreditfinanzierung über ein Bankenkonsortium passender gewesen. Wie die operative Struktur sich mit dem Konzernwachstum verändert und bis wann der Break-Even in China gelingen soll, berichtet Rebien im Talk bei FINANCE-TV.
15.05.2012 - Bayer-CFO Baumann: „Es…
Bayer: Xarelto treibt den Cashflow, Analysten fordern Verkauf von Material Science
Bayer ist so stark wie nie. Alle Kennzahlen weisen nach oben, und die kommenden Jahre dürften noch besser werden, denn das neue Blockbuster-Medikament der Pharma-Sparte, der Gerinnungshemmer Xarelto, wird gerade am Markt eingeführt. Auch sonst ist die Pharmapipeline gut gefüllt: Das Krebsmittel Nexavar kann als Arznei für immer mehr Indikationsfelder verkauft werden, das Augenheilmittel Eylea steht ebenfalls kurz vor der Markteinführung. So ist es gut möglich, dass der freie Cashflow, der bei Bayer in den vergangenen Jahren zwischen 3 und 3,5 Milliarden Euro schwankte, bald über die 4-Milliarden-Schwelle klettern könnte. „Größere Cashflowbeiträge wird Xarelto aber erst nach 2013 liefern“, schränkte Bayer-CFO Werner Baumann bei FINANCE-TV ein.
Die Nettoverschuldung ist Ende des ersten Quartals unter 7 Milliarden Euro gefallen, wegen der sinkenden Kapitalmarktzinsen kletterten die Pensionsverbindlichkeiten seit 2008 allerdings von 6 auf 8 Milliarden Euro. „Wir sind nicht so sehr entschuldet, wie es beim Blick auf unsere Nettoverschuldung aussieht“, sagte Baumann. „Unser Rating von A- wollen wir ohne Einschränkung verteidigen.“
Das kann man auch als Absage an fremdfinanzierte Großübernahmen verstehen, zum Beispiel an das angebliche Angebot für die Tiermedizinsparte von Pfizer. In Sachen M&A gibt sich Baumann zugeknöpft. „Wir lassen uns nicht von Analysten treiben. Es gibt zurzeit keine aktive M&A-Agenda bei uns.“ Ein Verkauf der Chemiesparte Material Science könnte beides möglich machen, zumal Material Science auch 2011 seine Kapitalkosten wieder nicht verdienen konnte. Doch auch diesen Forderungen erteilt Baumann eine Absage: „Die Performance von Material Science muss man über den Zyklus betrachten, und auf Sicht der vergangenen zehn Jahre hat Material Science seine Kapitalkosten verdient.“
14.05.2012 - Mittelstandsbanker…
Eurokrise: Droht dem Mittelstand eine Kreditklemme?
Die Commerzbank hat in den vergangenen Monaten Finanzchefs von 4.000 deutschen Unternehmen zu ihrer Finanzierung und Finanzlage befragt. Aktuell scheinen die deutschen Mittelständler wenig Grund zur Klage zu haben, nur 17 Prozent gaben an, Schwierigkeiten bei der Kreditbeschaffung zu haben. Mehr als 80 Prozent sind mit ihrer Eigenkapitalausstattung zufrieden. Dank dieser konservativen Sichtweise fühlt sich der Mittelstand auf Finanzierungsseite auch weitgehend immun gegen die Auswirkungen der Eurokrise: Nicht einmal jeder fünfte Unternehmer fürchtet, dass die Kreditversorgung durch die Eurokrise schwieriger werden könnte. Offenbar zu Recht: „Selbst eine Eskalation der Eurokrise würde die Finanzierungssituation der deutschen Unternehmen nicht wesentlich verschlechtern“, glaubt Jochen Ihler, Bereichsvorstand in der Mittelstandsbank der Commerzbank.
Unter den Ergebnissen sticht hervor, dass der Bankkredit offensichtlich weiter an Popularität einbüßt. Deutschlands CFOs finanzieren Investitionen hauptsächlich aus dem Cashflow und ihren Gewinnrücklagen. Zwar sind auch kurzfristige Kredite sind populär, aber diese dienen hauptsächlich der Abfederung von Schwankungen im Working Capital. „Wir würden gerne mehr Kredit vergeben, erwarten bis zum Jahresende aber keine steigende Nachfrage unserer Firmenkunden“, klagt Ihler. „Es gibt definitiv keine Finanzierungslücke im Mittelstand.“ Die Ursache für diese Zurückhaltung liefert die Studie gleich mit: 78 Prozent der Befragten denken beim Thema Finanzierung zuerst an die dadurch entstehenden Risiken.
Für die Wachstumsperspektiven der deutschen Industrie sind das keine guten Nachrichten. Die allgemeine Skepsis gegenüber Banken und Schulden hindert viele Unternehmen daran, stärker zu investieren und damit den Kapitalstock des Mittelstands zu modernisieren. „Dabei haben die deutschen Unternehmen heute viel mehr Spielraum als früher“, findet Ihler. „Vor zehn Jahren hatte nur jedes zehnte Unternehmen eine Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent, heute sind es viermal so viele.“
11.05.2012 - Tut nichts zur Sache:…
10.05.2012 - Greenpeace-Sprecher…
Elgin, Deepwater Horizon, Arctic Oil: Ölbohrungen an den Grenzen des Machbaren
Immer tiefer, immer größer, immer nördlicher: Die Phantasie der Ölkonzerne bei der Ausbeutung von Ressourcen scheint grenzenlos zu sein. Doch die Technik zeigt die Grenzen auf: Keine zwei Jahre nach dem „Blow-out“ auf der BP-Plattform „Deepwater Horizon“ kämpft jetzt der französische Total-Konzern mit einer außer Kontrolle geratenen Gasbohrung in der Nordsee. Auf Grund des wachsenden Energiehungers der Welt gäbe es keine Alternative dazu, mit der Öl- und Gasförderung in immer extremere Bereiche vorzudringen, meinen viele Politiker und die Vertreter der Energiebranche. Nächstes Explorationsziel ist die Arktis, wo Shell und Gazprom kürzlich mit ersten Probebohrungen begonnen haben.
Christoph von Lieven, Sprecher von Greenpeace, hält die Risiken in diesen Grenzbereichen für nicht kontrollierbar: Tiefseebohrungen sind eine Hochrisiko-Technologie. Sie finden in einem Gebiet statt, wo es bei einem Unfall keine Handlungsmöglichkeiten mehr gibt“, warnt er. Gleiches gelte für Bohrungen im Eis: „Es gibt keine sicheren arktischen Ölbohrungen.“ In der Arktis seien die Wetterbedingungen extrem, hinzu komme die Gefährdung durch Eisberge. Mehr noch: „Dort hätte man im Falle eines Unglücks noch weniger Möglichkeiten zu handeln. Denn im Gegensatz zum Golf von Mexiko bekommen Sie nicht so leicht Flugzeuge und Schiffe in die Arktis, um eine Ölpest zu bekämpfen. Dort darf man nicht bohren.“
Den Versicherungen seien die Risiken extremer Öl- und Gasbohrungen sehr wohl bewusst, glaubt von Lieven: „Man muss sich vor Augen führen: Es gibt keine Versicherung gegen Ölunfälle. Das ist ein hohes Risiko für jeden Investor, der in die Branche investiert.“
Wie die Ölkonzerne die Risiken und Unglücksfolgen begrenzen könnten und welche Alternativen es zu Ressourcen aus Grenzbereichen gibt – von Lievens Antworten hier bei FINANCE-TV.
09.05.2012 - Covered-Bond-Analystin…
Covered Bonds: Damoklesschwert Bankenkrise
Besicherte Anleihen („Covered Bonds“) zählen zu den sichersten und solidesten Anlageklassen, sind sie doch mit einer großen Anzahl von Sicherheiten hinterlegt, die einen starken Risikopuffer bilden. Doch die Investoren sind in den vergangenen Jahren skeptisch geworden, Covered Bonds sind längst nicht mehr Anlegers Liebling. Das liegt vor allem an den Schwierigkeiten der Banken, denn die meisten Covered Bonds werden von Kreditinstituten und Versicherungen begeben. Leidet die Bonität der Banken, trifft das indirekt auch die von ihnen emittierten Papiere. Noch ist der Zusammenhang aber nicht eklatant: „Wir haben in den vergangenen Monaten das Rating fast jeder zweiten Bank abgestuft, aber nur 16 Prozent der von den Banken begebenen Covered-Bond-Programme“, sagt Ratinganalystin Sabrina Miehs von Standard & Poor’s. 93 Prozent der von S&P beobachteten Covered Bonds haben immer noch ein AAA- oder AA-Rating.
Aber das droht sich jetzt zu ändern: „Die Covered-Bond-Ratings dürfen maximal sieben Ratingstufen über den Ratings der emittierenden Banken liegen. Die AAA-Covered-Bonds haben jetzt im Schnitt nur noch zwei Ratingstufen Puffer. Das wird nur genügen, wenn der Stress im Bankensystem moderat bleibt.“
Ein Wegbrechen der AAA-Ratings würde einen riesigen Markt betreffen. Weltweit stehen Covered Bonds mit einem Nennwert von rund 2,5 Billionen Euro aus. Und obwohl die Emissionstätigkeit in den vergangenen Jahren tendenziell zurückgegangen ist, werden Jahr für Jahr immer noch rund 600 Milliarden Euro in Form von Covered Bonds aufgenommen, rund ein Sechstel davon in Deutschland.
08.05.2012 - Top-Banker Ansgar…
Finanzierungskrise bei Praktiker und vielen Solarfirmen
Wenn Finanzierungskrisen drohen, sind es oft Investmentbanker wie Dr. Ansgar Zwick von Houlihan Lokey, die die Kohlen aus dem Feuer holen müssen. Es gilt, alle Stakeholder für eine Refinanzierung ins Boot zu holen. „Das sind manchmal Hunderte von Gläubigern, und jeder von einzelne von ihnen muss zustimmen“, sagt Zwick. Den CFOs komme in solchen Situationen eine Schlüsselrolle zu: „Sie müssen ein tragfähiges Konzept erarbeiten und die Refinanzierung vorantreiben.“
Möglichkeiten gibt es auf den ersten Blick genug, im Moment steht der Kapitalmarkt für viele Arten riskanter Finanzierungen offen. Aber ob das Fenster offen bleibe, könne man nie vorhersehen, warnt Zwick. Die Banken verhielten sich zwar in der Regel konstruktiv, stünden aber unter dem Druck von Basel 3: „Problembehaftete Kredite werden für Banken durch Basel 3 teurer. Deswegen müssen sie ihr Kreditportfoliomanagement aktiver gestalten.“ Refinanzierungen werden dadurch nicht leichter.
Zwick legt Wert auf die Feststellung, dass es meist nicht nur operative Probleme sind, die Unternehmenskrisen auslösen. Brenzlig werde es erst, wenn auch noch auslaufende Finanzierungen hinzukämen. Und hier rolle auf europäische Unternehmen in den kommenden zwei bis drei Jahren eine große Refinanzierungswelle zu. „Das wird die Anzahl von Unternehmen, die in eine Finanzierungskrise geraten, erhöhen“, erwartet Zwick. „Und es wird auch den Anteil von Unternehmen nach oben treiben, die es nicht schaffen, das Ruder herumzureißen.“
07.05.2012 - SEB-Firmenkundenbanker…
Konsortialkredite: Nur Schaeffler hält den SynLoans-Markt über Wasser
Der Trend ist eindeutig: Die Unternehmensfinanzierung verlagert sich immer stärker auf den Kapitalmarkt. Während die Volumina am Bondmarkt ständig ansteigen, ist der weltweite Markt für Konsortialkredite im ersten Quartal 2011 um 21 Prozent auf 546,5 Milliarden Dollar eingebrochen. In der EMEA-Region waren es sogar 47 Prozent, das Marktvolumen fiel auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren. Der deutsche Markt hielt sich mit einem Rückgang von lediglich 8 Prozent dafür aber noch ziemlich gut. Gestützt wurde er von dem Mega-Kredit an Schaeffler über mehr als 10 Milliarden Dollar, den der hoch verschuldete Autozulieferer zur Umschuldung der Kredite nutzte, die ursprünglich für den Angriff auf Continental aufgenommen worden waren.
„Der Markt wird sich im Laufe des Jahres wieder erholen“, gibt sich Arne Mühlholm, Leiter des Structured-Finance-Geschäfts der SEB, im Gespräch mit FINANCE-TV überzeugt. Grund: „Die Preise für Konsortialkredite sind absolut wettbewerbsfähig, und es gibt kein Finanzierungsinstrument, das flexibler ist.“
Doch nicht alle Unternehmen haben Zugang zu diesem Instrument. Wichtig ist, dass Unternehmen bereit sind, Transparenz zu zeigen, sich zu öffnen und den Konsortialbanken auch nennenswertes Zusatzgeschäft anbieten können. Großen, international tätigen und kapitalmarktaffinen Konzernen fällt dies alles naturgemäß leichter als Mittelständlern. Doch auch bei Debt-Volumina von unter 100 Millionen Euro gibt es Möglichkeiten, wie Mühlholm verrät. Allerdings erwartet er einen Preisanstieg: „Die Preise für Konsortialkredite müssen im Zuge von Basel 3 anziehen“, glaubt Mühlholm. Eine grundlegende Gefahr für den Markt sieht er darin aber nicht.
04.05.2012 - Tut nichts zur Sache:…
03.05.2012 - Hansgrohe-Chef Gänßlen:…
Hansgrohe: Hauptaktionär Masco freut sich über viel Cash und starkes Wachstum
Der Badarmaturenhersteller Hansgrohe ist auf Wachstumskurs. Der Umsatz kletterte im vergangenen Jahr um 10 Prozent auf 764 Millionen Euro und liegt damit inzwischen um 25 Prozent über dem Niveau des Krisenjahres 2009. Diese starke Volatilität in seinem Geschäft, die noch dadurch verstärkt wird, dass das Wachstum des Traditionsunternehmens immer stärker in den Schwellenländern stattfindet, macht Vorstandschef und CFO Siegfried Gänßlen jedoch zu schaffen.
Seine Controller sieht Gänßlen, der auch Vorsitzender des Internationalen Controllervereins ist, bei der Problembewältigung in einer Schlüsselrolle. „Unser Controlling ist stark marktorientiert, wir bilden unsere Controller direkt an der Wertschöpfungskette aus. Sie sitzen in der Produktion, in den Emerging Markets, sie haben Kunden- und Lieferantenkontakt.“ Gänßlen erwartet von ihnen qualitativen Input, schnelles Reporting und Forecasting betrachtet er als Commodity: „Unsere Controller müssen zu ihrem Manager passen. Sie sollen nicht die Planabweichungen vorbeten, sondern Hinweise geben, wie die Manager ihre Ziele erreichen können.“ Dabei gilt: „Nicht die Planzahlen sind entscheidend, sondern dass wir den Wettbewerb schlagen.“
Das gelingt Hansgrohe aktuell nur zum Teil. Hohe Materialkosten sorgen dafür, dass die Gewinn- mit der Umsatzentwicklung nicht mithalten kann. Das Ebit stagnierte 2011 bei 129 Millionen Euro. „Rohstoffpreiserhöhungen von 30 Prozent können auch wir nicht an den Markt weitergeben“, rechtfertigt Gänßlen die Gewinnstagnation.
Dank eines guten Working Capital Managements zog der operative Cashflow aber analog zum Umsatz um 10 Prozent auf 121 Millionen Euro an, wodurch Gänßlen jetzt auf eine prall gefüllte Kasse blickt, in der sich inzwischen liquide Mittel von 364 Millionen Euro bei minimalen Finanzschulden angesammelt haben. Doch die Anteilseigner, der US-Konzern Masco (68 Prozent) und die Gründerfamilie Klaus Grohe (32 Prozent) wollen an der konservativen Finanzierungsstrategie, deren Kern die Finanzierung der Investitionen aus dem Cashflow ist, festhalten.
2012 will Gänßlen weiter expandieren und dafür vor allem die Fertigung in China weiter ausbauen – das Reich der Mitte ist jetzt schon der größte Auslandsmarkt der Schwarzwälder. Das Ziel hat der CEO, der in Personalunion auch das Finanzressort leitet, fest im Blick: Mittelfristig will er die Umsatzmilliarde knacken.
02.05.2012 - DWS-Fondsmanager…
Wandelanleihen: Raus aus der Nische
In Deutschland fristen Wandelanleihen bislang eher eine Nischenexistenz, in Frankreich oder der Schweiz sind sie seit Längerem fester Bestandteil des Finanzierungsmixes von Unternehmen. Aber auch in Deutschland entwickle sich langsam aber sicher eine Art Wandlerkultur, sagt Knieß zu FINANCE-TV – dies trotz der bekannten Risiken im High-Yield-Bereich wie etwa bei Q-Cells.
Investoren begeistern sich sicher nicht für die Durchschnittsrendite von 1,6 Prozent pro Jahr, sondern setzen auf die Wandelchance. „Eine Wandelprämie von 30 bis 35 Prozent für drei bis fünf Jahre ist angemessen“, sagt Knieß. Erstklassige Emittenten zahlen sogar nahe am Null-Kupon. Adidas etwa unterlegte einen acht Jahre langen Wandler nur mit 0,75 Prozent. Für welche Unternehmen sich Convertibles eignen und für welche weniger, erfahren Sie im Interview bei FINANCE-TV.
30.04.2012 - Sanierer Walter Bickel:…
Q-Cells, Solon & Co.: Pleitewelle in der deutschen Solarindustrie
Q-Cells und Solon sind pleite, First Solar zieht sich aus Deutschland zurück. Phoenix Solar gilt als angeschlagen, Conergy kämpft immer verzweifelter gegen die Insolvenz. Selbst dem deutschen Branchenprimus Solarworld wachsen die Schulden über den Kopf – die Solarindustrie in Deutschland scheint am Ende zu sein. „Die Konkurrenten in China haben Kapitalstrukturen, die besser zum Solargeschäft passen“, meint Unternehmenssanierer Dr. Walter Bickel von der Unternehmensberatung Alvarez & Marsal. „Die deutschen Hersteller sind zu hoch verschuldet, die Zinslast erdrückt die meisten Unternehmen. Zwei Drittel der Solarunternehmen, die wir uns angesehen haben, sind in schwerem Fahrwasser.“
Bickel glaubt, dass die Branche dringend ihre Kostenbasis flexibilisieren muss. Doch bei vielen Herstellern würde das zu spät kommen, zu schwer lasten bereits die Schulden auf den ertragsschwachen Unternehmen. Viele Solarfirmen werden einen Kapitalschnitt machen müssen, fürchtet Bickel: „Die Branche braucht strategische Investoren und frisches Kapital aus dem Ausland, für Finanzinvestoren ist das nichts.“
Sind die verbliebenen deutschen Solarunternehmen noch zu retten? Und was können Manager in anderen wettbewerbsintensiven Wachstumsbranchen aus den Fehlern ihrer Kollegen im Solarsektor lernen? Die Antworten von Walter Bickel, der als Sanierer auch bei Solon mit an Bord gewesen ist – hier im FINANCE-Talk.
27.04.2012 - Tut nichts zur Sache:…
26.04.2012 - Kontron-Chef Ulrich…
Kontron: Wachstum im Kerngeschäft, Sorgen in Malaysia
Auf den ersten Blick läuft es gut beim Kleincomputerhersteller Kontron: Die Bayern profitieren von der voranschreitenden Automatisierung, was die Nachfrage nach den kleinen integrierten Steuerungscomputern, die Kontron herstellt, stützt. Das schlägt sich auch in den Zahlen nieder: 2011 wuchs der Umsatz um 15,7 Prozent auf 589,6 Millionen Euro, der operative Gewinn (EBIT) kletterte bereinigt um 40 Prozent auf 34,1 Millionen Euro. Und für das laufende Jahr verspricht Kontron-CEO Ulrich Gehrmann weitere leichte Zuwächse bei Umsatz und Gewinn.
Doch Kontron kämpft auch mit Problemen: Ein wichtiger Kunde sind öffentliche Verwaltungen, die Aufträge mit den höchsten Margen kommen aus diesem Bereich. Der Sparkurs der öffentlichen Hand, zum Beispiel die Verschiebung von Infrastrukturprojekten wie U-Bahnen, trifft die Bayern zurzeit hart: „Normalerweise wachsen wir organisch zweistellig, im ersten Quartal lag das Umsatzwachstum bei weniger als 1 Prozent. Das haben uns fast alles die Projektverschiebungen der öffentlichen Hand gekostet“, erklärt Kontron-Chef Ulrich Gehrmann bei FINANCE-TV.
Finanzseitig hat sich die Lage in den ersten drei Monaten 2012 jedoch verbessert. Der Verkauf der Massenproduktion in Malaysia für 30 Millionen US-Dollar an den Partner Plexus hat über 20 Millionen Euro Working Capital freigesetzt. „Diese Transaktion wird sich auch langfristig positiv auf unseren Cashflow auswirken“, sagt Gehrmann. Dass der Rückzug aus Malaysia auch andere Gründe gehabt haben könnte – 2010 wurde Kontron dort um 30 Millionen Euro betrogen – weist der CEO von sich: „Wir haben diese strategische Entscheidung nicht auf Basis von Emotionen getroffen.“
Die Finanzlage hat der Deal ohne Zweifel verbessert. Zwischen 2009 und 2011 büßte Kontron nahezu sein komplettes Nettoguthaben von damals 56 Millionen Euro ein, im ersten Quartal wuchs die Net-Cash-Position wieder auf 30 Millionen Euro an. „Wir wollen immer Net-Cash-positiv sein“, umreißt Gehrmann seine Finanzierungsphilosophie. Den freien Cashflow, den Kontron in einem normalen Jahr erwirtschaften kann, bezifferte Gehrmann bei FINANCE-TV auf 20 bis 35 Millionen Euro. Die Cash-Überschüsse wollen er und CFO Jürgen Kaiser-Gerwens in weitere Zukäufe stecken: „Auf mittlere Sicht wird man auch wieder eine größere Akquisition von Kontron sehen.“
25.04.2012 - Biotech-Experte Dr.…
Die Übernahmewelle in der Biotech-Branche rollt
Die Jagd auf die besten Unternehmen im Biotech-Sektor ist wieder eröffnet: Zu Beginn dieser Woche verkündete AstraZeneca die Übernahme der amerikanischen Firma Ardea Biosciences für 1,26 Milliarden US-Dollar, nur wenige Tage zuvor war GlaxoSmithKline mit seiner Offerte über 2,6 Milliarden Dollar bei Human Genome Sciences abgeblitzt, Roche scheiterte mit dem feindlichen Übernahmeangriff auf Illumina im Volumen von 6,8 Milliarden Dollar. „Die Bewertungen sind zurzeit günstig, das nutzen die großen Pharmafirmen zu ihren Gunsten“, sagt Dr. Daniel Koller, Portfoliomanager bei der Schweizer Beteiligungsgesellschaft BB Biotech.
Aus Deutschland dagegen kommen weniger positive Nachrichten: Die Biotechfirmen leiden unter fehlendem Risikokapital, die Finanzierung des Sektors über Venture Capital gilt manchen Experten sogar als vorerst gescheitert. „In Deutschland müssten sich erst wieder Erfolge zeigen, bevor die Risikoinvestitionen zunehmen“, sagt Koller. Stattdessen würden in Deutschland und Europa häufig alternative Finanzierungswege wie Lizenzabkommen gewählt.
Trotz der Schwierigkeiten in Europa sieht er den Biotech-Sektor global betrachtet als Wachstumsbranche. „1993 lag der weltweite Umsatz der Biotech-Branche bei 2 Milliarden US-Dollar, 2010 haben wir die 100-Milliarden-Grenze überschritten“, sagt er. Im schwierigen Börsenumfeld des vergangenen Jahres habe der Biotech-Sektor besser abgeschnitten als die meisten Indizes. Für die nächsten Jahre ist Koller daher zuversichtlich: Die Zahl an Produktzulassungen sei 2011 nahezu rekordverdächtig gewesen. Wie sich die Branche in diesem Jahr entwickeln wird und ob Venture Capital als Finanzierungsmodell in Deutschland endgültig gescheitert ist – Kollers Einschätzung dazu sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV.
24.04.2012 - Biologin Frauke…
Fischer: „Die Erde könnte auch acht Milliarden Menschen ernähren, ohne Schaden zu nehmen“
Im 20. Jahr nach dem Erdgipfel von Rio von 1992 plädiert Fischer bei allen Rio +20-Aktivitäten für eine Intensivierung der Anstrengungen. „Wir müssen endlich das große Rad drehen.“ Das Kernproblem sei, dass die Verursacher der Umweltschäden dafür noch nicht in Haftung genommen würden. Die Verluste von Ökosystemleistungen fielen dagegen schon heute an, insbesondere in den afrikanischen und südamerikanischen Ländern, deren Regenwälder litten. Ein Interessenausgleich sei machbar, wenn die Industrieländer als Verursacher von Umweltschäden, Länder wie etwa Brasilien für den Erhalt der natürlichen Ressourcen bezahlen würden. Allerdings bleibe das Problem der Kontrolle der Leistungserbringung bestehen.
Dennoch setzt Fischer Hoffnungen in das bloße Eigeninteresse der ersten Welt. Schon heute lebten die Branchen Landwirtschaft (evident), aber auch Pharma stark von Leistungen des Ökosystems. Daher seien diese zunehmend am Umwelschutz aus Eigennutz interessiert. Zudem setzt sie auf das Korrektiv der öffentlichen Kontrolle. „Einen Reputationsschaden kann und will sich niemand leisten“, ist sie überzeugt.
23.04.2012 - CFO Thomas Gutschlag:…
Deutsche Rohstoff AG: Suche nach Seltenen Erden im Erzgebirge
Die Politiker fordern vehement die Gründung einer Deutschen Rohstoff AG. Dabei gibt es schon eine.2006 haben Thomas Gutschlag und Titus Gebel in Heidelberg die Deutsche Rohstoff AG gegründet. Das junge Unternehmen, das es in den wenigen Jahren auf eine Börsenkapitalisierung von rund 70 Millionen Euro gebracht hat, verfolgt das Ziel, im Osten Deutschlands Seltene Erden und Zinn zu fördern. Im Erzgebirge und anschließenden Regionen gibt es eine Reihe von Vorkommen, die noch in der DDR-Zeit geologisch erkundet, wegen der lange Zeit niedrigen Rohstoffpreise dann aber nicht ausgebeutet wurden. Die Deutsche Rohstoff AG hat die Rechte an einigen dieser Vorkommen erworben und hofft, in einigen Jahren einer der größten Anbieter Seltener Erden außerhalb Chinas zu sein. Und damit nicht genug: Auch im Westen Deutschlands ist die DRAG aktiv, im Rheintal suchen die Heidelberger nach Öl.
Doch bis die Ex-DDR-Vorkommen erschlossen werden können, werden noch Jahre vergehen. „Die deutschen Projekte sind mittel- und langfristiger Natur“, sagt CFO Thomas Gutschlag im Interview mit FINANCE-TV. In der Zwischenzeit treibt die Deutsche Rohstoff AG Projekte rund um den Globus voran. In den USA fördern die Heidelberger Öl, in Australien Gold und Wolfram. Die Gold- und Wolframprojekte bringen Gutschlag zufolge bereits Rückflüsse. Dennoch sei es denkbar, eines dieser Assets in den nächsten Monaten zu verkaufen, erklärt Gutschlag.
Die Strategie hinter dem Aufbau des Auslandsgeschäfts: Die Deutsche Rohstoff AG erwirbt Förderrechte an gut erkundeten, aber schon weitgehend ausgebeuteten Lagerfeldern und revitalisiert die Projekte anschließend durch neue Bohrungen mit modernster Technologie. Am Ende sollen die Tochterfirmen an Rohstoffkonzerne verkauft oder an die Börse gebracht werden. Den Gewinn wollen Gutschlag und Gebel in die deutschen Kernprojekte investieren. „In diesem und im nächsten Jahr werden wir jeweils gute zweistellige Millionenbeträge investieren", sagt CFO Gutschlag. Gutschlag will aber nicht alles aus der AG-Bilanz heraus finanzieren. Stattdessen sucht er nach Partnern, die sich an einzelnen Projekten beteiligen.
2011 hat die DRAG einen Gewinn von über 10 Millionen Euro erzielt, für 2012 lautet das Ziel, in allen Geschäftsbereichen profitabel zu sein und den Börsenwert auf über 100 Millionen Euro anzuheben. Welches die größten Hoffnungsträger im Portfolio sind und wie die weitere Expansion finanziert werden soll, sehen Sie hier bei FINANCE-TV.
20.04.2012 - Tut nichts zur Sache:…
19.04.2012 - Biotech-Investor…
AMD Therapy: Genossen und Venture Capital
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für Erblinden in der westlichen Welt. In Deutschland leiden zwei Millionen Menschen an AMD, in den USA wird bis 2020 mit zehn Millionen Erkrankten gerechnet. Die trockene Form von AMD ist eine unheilbare Krankheit, die über Jahre hinweg voranschreitet.
Obwohl Kenntnisse aus der Grundlagenforschung vorliegen, lassen die großen Pharmakonzerne eine Therapie des Krankheitsbilds links liegen. „Dies wollen wir ändern“, sagt Dr. Wolfgang Klein, Initiator des AMD Therapy Funds, bei FINANCE-TV. „Wir wollen in AMD-Entwicklungsprojekte investieren und diese soweit vorantreiben, dass die Pharmaindustrie Interesse daran gewinnt, die Produktkandidaten weiter zur Marktzulassung zu führen.“
Klein will dafür einen Venture-Capital-Fonds mit einem Zielvolumen von 60 Millionen Euro einwerben. Sein Ziel: in Wirkstoffe investieren, die das Potential haben, AMD eines Tages heilbar oder zumindest beherrschbar zu machen. Das Besondere an seinem Projekt: Der AMD Therapy Fund ist genossenschaftlich organisiert – egal, welche Summe jemand einzahlt, alle Investoren haben das gleiche Stimmrecht. Beim Fundraising richtet sich Klein nicht wie üblich an institutionelle Investoren, sondern an Patienten, die an AMD erkrankt sind. Sie sollen in den Fonds investieren, in der Hoffnung, später von den Forschungsfortschritten selbst zu profitieren. Klein sieht gute Chancen, so auf den gewünschten Betrag von 60 Millionen Euro zu kommen. „Wenn jeder den Mindestbetrag von 3.000 Euro investiert, müssten von den zwei Millionen Betroffenen 20.000 einzahlen. Das wäre nur jeder hundertste AMD-Betroffene in Deutschland.“
Im Gegensatz zu einer Spende soll sich die Anlage in AMD Therapy für Investoren auch rechnen: „Unsere Investoren sollen die Chance auf eine doppelte Rendite haben: finanziell und gesundheitlich, indem wir vielleicht dazu beitragen können, dass AMD eines Tages besser behandelbar wird “, sagt Klein. Dass AMD in den nächsten zehn Jahren heilbar wird, glaubt er allerdings nicht. „Aber mit ein bisschen Glück können wir die Krankheit aufhalten.“
Wir freuen uns Sie als Zuschauer begrüßen zu dürfen. Sehen Sie von montags bis donnerstags im "Talk" spannende Gäste aus dem Unternehmens- und Bankenumfeld zu aktuellen Themen. Und jeden Freitag gibt es eine neue Folge von "Tut nichts zur Sache" - dem etwas anderen Rückblick auf die Woche. Schalten Sie ein!
Ihr Team von FINANCE-TV.
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